Test: Wanderschuhe Hanwag Tatra II GTX

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Zieh ein gutes Paar Wanderschuhe an, und du kannst um die ganze Welt wandern. Oder na ja, auf jeden Fall eine ganze Weile laufen. Das ist genau das Gefühl, das ich habe, wenn ich in meine Hanwag-Wanderschuhe steige. Der Hanwag Tatra II GTX ist ein robuster Wanderschuh, mit dem man sehr gut ins Gebirge gehen kann. Das kann ich jetzt mit Überzeugung schreiben, denn ich habe in den letzten Wochen einige Kilometer mit diesen Hanwag-Bergschuhen zurückgelegt. Wie, was und das Fazit erfährst du in diesem Testbericht über den Hanwag Tatra II GTX.

Werbehinweis: Dieser Artikel enthält Werbung für meinen Kooperationspartner Hanwag, mit der ich langfristig zusammenarbeite. Die Inhalte, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst.

Robust, widerstandsfähig und bequem

Wanderschuhe müssen eingelaufen werden, heißt es. Nun, diese Hanwag-Wanderschuhe waren von dem Moment an bequem, als ich sie aus dem Karton zog. Vorsichtshalber bin ich mit ihnen noch eine Runde in den Dünen Nordhollands gelaufen, aber ich hätte auch gleich in die Alpen gehen können. Es handelt sich um einen B/C-Wanderschuh, der auf instabilem und felsigem Gelände Halt bietet, auch dank des hohen Schafts und der Sohle. Gleichzeitig ist der Schuh noch einigermaßen flexibel, so dass du genügend Bewegungsfreiheit hast. Ideal für eine lange Bergwanderung oder Weitwanderung!

Was mir sofort auffiel, als ich die Schuhe aus dem Karton nahm: Der Hanwag Tatra II GTX hat sehr wenige Nähte. Ein großer Pluspunkt, denn so gibt es auch kaum Druckstellen, die stören können. Auf den vielen Kilometern, die ich nun mit den Wanderschuhen gelaufen bin, hatte ich selbst keinerlei Probleme mit Druckstellen. Was für eine Erleichterung.

B/C-Wanderstiefel: Was ist möglich und was nicht?
Der Tatra II ist mit B/C eingestuft, weil Sohle und Schaft sehr steif sind und er nur bedingt steigeisenfest ist. Auf befestigten Wegen und in leichtem alpinen Gelände (z.B. felsige Pfade und loses Gestein) schneidet der Hanwag Tatra II GTX meiner Meinung nach hervorragend ab. Mit diesen Wanderschuhen schrecke ich auch vor ein bisschen Kraxelei nicht zurück. Durch die runde Nase hat der Tatra GTX II weniger „Zehengefühl“, was man zum Beispiel bei Klettersteigen oder beim Klettern brauchen würde.

Warum du in diesem Artikel Bilder von verschiedenen Momenten siehst: Bevor ich diesen Testbericht geschrieben habe, habe ich die Wanderschuhe ausgiebig getestet. Zum Beispiel auf dem Fernwanderweg Lechweg, aber auch bei Bergwanderungen verschiedener Schwierigkeitsgrade im Allgäu. Unterwegs habe ich immer wieder ein paar Fotos gemacht. Es handelt sich also um Aufnahmen „in Aktion“, die so wenig wie möglich inszeniert sind.

Wasserdichter Wanderschuh dank Gore-Tex-Membran

Der Hanwag Tatra II GTX ist dank seiner atmungsaktiven Gore-Tex-Membran wasserdicht. Ich habe dies natürlich ausgiebig getestet, und zwar auf zwei Arten. Auf dem Lechweg hatten wir ein paar Regentage. Von frühmorgens bis nachmittags regnete. Und trotzdem hatte ich jeden Abend trockene Socken. Aber ich bin noch einen Schritt weiter gegangen. Um sicherzugehen, dass die Wanderschuhe zu 100 % wasserdicht sind, habe ich mich für ein paar Minuten in einen fließenden Bach gestellt. Das Ergebnis: immer noch trockene Socken und Füße. Zum Schluss noch ein paar Worte zur Langlebigkeit der Gore Tex-Membran: Den Vorgänger dieses Schuhs, den Tatra GTX, habe ich vier Jahre lang intensiv genutzt und auch dieser Schuh ist immer noch wasserdicht. Zwischendurch habe ich die Wanderschuhe gelegentlich mit Nikwax gepflegt.

Ein solches wasserdichtes Material hat zwei Nachteile. Der erste ist, dass der Schuh etwas weniger gut belüftet ist. An heißen Tagen bekomme ich im Tatra II GTX recht schnell heiße Füße. Dem kann man etwas vorbeugen, indem man gute atmungsaktive Socken anzieht. Ein weiterer Nachteil ist, dass die Schuhe weniger gut trocknen, wenn auch die Innenseite nass wird. Das lässt sich verhindern, indem man die Regenhose über den Schaft zieht oder Überschuhe benutzt.

Guter Grip durch Vibram-Sohle

Apropos Nässe: Die Vibram-Sohle bietet auch bei leicht feuchtem Boden guten Grip. Vorsicht ist natürlich immer noch geboten, aber ich lasse mich von ein wenig Nässe auf Felsen und Baumwurzeln nicht aufhalten, weil ich mich mit dem Hanwag Tatra II GTX sehr sicher fühle. Außerdem ist die Sohle recht dick, so dass man kleine, spitze Kieselsteine kaum spürt. Die Gummieinfassung im Zehen- und Fersenbereich verleiht dem Schuh zusätzlichen Schutz.

Das beeindruckende Schnürsystem des Tatra GTX II

Beim Hanwag Tatra GTX II fällt sofort das Zwei-Zonen-Schnürsystem ins Auge. Im Ristbereich befinden sich Rollösen, im Schachtbereich die bekannten Haken. Auf der Zunge befindet sich ein zusätzlicher Haken, damit sie nicht verrutscht. Die untere Öse hat eine „Bremse“, sodass Rist- und Schaftbereich separat angepasst werden können. Das garantiert höchsten Komfort! Außerdem lassen sich die Schnürsenkel unterwegs leicht lockern oder festziehen, je nachdem, ob man gerade auf- oder absteigt. Ein weiterer Vorteil der zwei Zonen ist, dass man sehr leicht in den Schuh einsteigen kann.

Testbericht Hanwag Tatra II GTX für Damen: Plus- und Minuspunkte

Mir gefällt…

  • …as robuste und dennoch bequeme Design des Schuhs.
  • …dass der Tatra GTX II absolut wasserdicht ist.
  • …dass der Wanderschuh keine Druckstellen hat.
  • …die Profil-Sohle, die Grip und Komfort bietet.

Beachten sollte man…

  • … dass die Gore-Tex-Membran einige Zeit braucht, um zu trocknen, wenn die Schuhe innen nass geworden sind.
  • …dass es durch das Gore-Tex-Innenfutter an heißen Tagen auch im Inneren des Schuhs recht warm wird.
  • …dass man wegen der runden Nase weniger „Zehengefühl“ hat. Etwas, das du vielleicht zum Klettern/Klettersteiggehen brauchst.

Spezifikationen Hanwag Tatra GTX II

Verschiedene Hanwag Tatra-Versionen

Die Hanwag Tatra gibt’s übrigens in verschiedenen Versionen. Außer das wasserdichte GTX-Modell gibt es auch die Hanwag Tatra Light GTX* (leicht und wasserdicht), die Hanwag Tatra Light Bunion* (leicht und geeignet für Wanderer mit Hallux Valgus) und die Hanwag Tatra Wide GTX (wasserdicht, mit breitem Vorfußbereich).

Hanwag: solide, nachhaltig und europäisch

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde im bayerischen Viehkirchen der erste Hanwag-Schuh hergestellt. Was folgte, waren keine boomenden Geschäfte und kein schnelles Wachstum, sondern eher allmähliche Fortschritte. Die Kernkompetenz, die Herstellung eines robusten Outdoor-Schuhs, wurde nie aus den Augen verloren, auch nicht, als beispielsweise in den 1960er Jahren der Einstieg in den Skischuhbereich vollzogen wurde. Schuhster, bleib bei deinem Leisten – die Ergebnisse sieht man bei Hanwag.

Ein solider Schuh also, aber auch nachhaltig. Im Gebrauch, weil die Materialien sorgfältig ausgewählt und daher langlebig sind. Das Nubukleder des Tatra GTX II ist sehr strapazierfähig und leicht zu reinigen, auch nach matschigen Wanderungen. Die Wanderschuhe von Hanwag können außerdem neu besohlt werde, sodass der Schaft erhalten bleibt und die Schuhe noch länger halten. Ursprünglich aus wirtschaftlicher Sicht – neue Sohlen sind billiger als ein ganzes neues Paar Schuhe – und deshalb auch gut für die Natur, weil man ein Paar Schuhe länger nutzen kann. Aber auch nachhaltig in der Produktion, denn sie findet vollständig in Europa statt und Hanwag strebt eine umweltfreundliche Produktion an.

Die Hanwag Tatra GTX Wanderschuhe sind ideal für…

  • …lange Bergwanderungen in felsigem Gelände, aber nicht für anspruchsvolle alpine Aktivitäten. Bei all meinen Bergtouren im Allgäu habe ich diesen Wanderschuh gerne getragen.
  • …Touren in nassem Gelände. Im frühen Frühjahr und im Herbst kann es sein, dass du noch einen Regenschauer abbekommst, durch Matsch wanderst oder sogar im Schnee steckst. Der Tatra GTX II hält die Füße trocken.
  • …eine moderate mehrtägige Wanderung in den Bergen oder einem Mittelgebirge. Ich mache z.B. gerne Hüttentouren mit dem Hanwag Tatra. Und einen besseren Schuh hätte ich mir für den Lechweg nicht wünschen können.
  • …einen Klettersteig mit leichtem Schwierigkeitsgrad. Für Präzisionsarbeiten ist die runde Spitze nicht geeignet, aber für leichte Klettersteigtouren finde ich den Tatra GTX II geeignet. Ich habe zum Beispiel den Klettersteig Gelbe Wand in Füssen mit dem Vorgängerschuh (Tatra GTX) gemacht.

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