Hüttentour in Tirol: 4 Tage durch die Lechtaler Alpen

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Auf dem Parkplatz in Gramais cremen wir uns ein. Die frühe Morgensonne ist kräftig. Wir tauschen die Turnschuhe gegen Bergstiefel, kontrollieren noch einmal den Wanderrucksack und schließen dann den Kofferraum. Los geht’s. In meinem Enthusiasmus lege ich sofort vollgas los. „Hey, mach mal langsam, wir haben noch 8 Kilometer und über 1.000 Höhenmeter vor uns“, sagt mein Wandergefährte lachend. Er hat Recht. Es ist der erste Tag unserer 4-Tage-Hüttentour in den Lechtaler Alpen in Österreich. Das Tal im österreichischen Bundesland Tirol bildet die Grenze zwischen den Allgäuer und Lechtaler Alpen. Die nächsten vier Tage wandern wir von Hütte zu Hütte in der Gebirgskette auf der Ostseite des Tals: den Lechtaler Alpen.

Achtung: Das Würrtemberger Haus bleibt bis 2024 geschlossen. Die Hüttentour kann als 3-Tages-Tour durchgeführt werden. Tag 1: Gramais – Hanauer Hütte (wie beschrieben). Tag 2: Hanauer Hütte – Steinsee Hütte. 3. Tag: Steinsee Hütte – Gramais. Ab 2025 sollte die Hüttentour wie in diesem Artikel beschrieben wieder möglich sein.

Abkühlung im Kogelsee nach steilem Start

Baden Kogelsee Lechtal

Der Kirchturm von Gramais, der kleinsten selbständigen Gemeinde Österreichs, ist gerade erst außer Sichtweite, als der Wanderweg schon recht steil wird. Wir steigen zwischen den duftenden Latschenkiefern auf. Die Vegetation und der Zustand des Weges zeigen deutlich, dass nach dem Winter nur wenige Bergsteiger hier unterwegs waren. Rosa Blüten kontrastieren mit dem dunklen Grün der Latschenkiefern: Es sind Alpenrosen. Diese geschützte Blumenart bleibt ein farbenfroher Begleiter auf dem gesamten Weg bergauf, bis wir den Kogelsee erreichen. Inzwischen haben wir die Latschengrenze erreicht: Die Vegetation wird immer spärlicher. Auf über 2.100 Metern erstreckt sich nun der Bergsee vor uns. Ich überlege nicht lange: Ich werfe meine bereits verschwitzten Kleidung ins Gras und hüpfe ins Wasser. Als ich wieder an die Oberfläche komme, sehe ich ein ungläubiges Paar Augen, das mich anschaut. Aber als er das breite Grinsen auf meinem Gesicht sieht, kann auch mein Wanderfreund nicht widerstehen und springt ebenfalls in den See.

Gleichzeitiger Winter, Frühling und Sommer

Nachdem wir uns in der Sonne getrocknet haben, gehen wir weiter. Der Anstieg ist heute noch nicht zu Ende. Mit zunehmenden Höhenmetern wird das Terrain rauer. Der lockere Fels ist teilweise mit Altschneefeldern bedeckt: ein Zeichen für mich, die Wanderstöcke auszupacken. Vorsichtig queren wir die matschigen Massen und erreichen dann die Kogelseescharte, mit 2479 Metern der höchste Punkt der heutigen Etappe. Auf einer Tafel aus Metall lese ich, dass dieser Weg nach Professor Uhde-Bernays benannt ist. Er veröffentlichte Anfang des 20. Jahrhunderts einen Artikel über die Tourmöglichkeiten in der Gegend um die Hanauer Hütte und trug damit wesentlich zum Bekanntheitsgrad des Gebietes bei. Zu unserem Glück führte diese Bekanntheit nicht zu großen Menschenmassen. Zum ersten Mal treffen wir heute auf zwei Wanderer. „Oh!“, rufe ich erfreut aus, als ich auf der anderen Seite des Berges in der Tiefe einen teilweise vereisten See sehe. Ich sehe, wie mein Weggefährte denkt: Oh je, da will sie bestimmt auch rein.

Und tatsächlich, nach dem halbstündigen Abstieg gehe ich langsam ins eisige Wasser. Ich liege auf einer Eisscholle und sonne mich wie ein Seehund, will mich dann langsam umdrehen und gehe mit einem Platschen unter. In diesem Moment kommen auch die beiden anderen Wanderer am See an. „Wir hätten nie damit gerechnet, dass du wirklich reingehst“, sagt einer von ihnen, „aber jetzt müssen wir natürlich auch.“ Wenig später versuchen wir alle vier, uns in der Sonne wieder aufzuwärmen. Erst kurz vor der Hanauer Hütte, unserem heutigen Ziel, ziehe ich meine Jacke wieder aus. Während im Tal schon Ende Juni sommerliche Temperaturen herrschen und sich die Wiesen langsam mehr gelb als grün färben, ist es oben am Berg noch richtig frühlingshaft. Der Weg zur Hütte ist gesäumt von weißen, gelben, lila und rosa Blumen. Als wir wenig später auf der Terrasse der Berghütte sitzen und Knödel essen, scheint es auch hier oben auf dem Berg Sommer zu sein. Drei Jahreszeiten an einem Tag.

Hüttentour Lechtal Etappe 1: Gramais – Hanauer Hütte

  • Distanz: 7,5 km
  • Wanderzeit: ca. 5 Stunden
  • Höhenmeter: ↗ 1150 m  ↘ 550 m
  • Schwierigkeitsgrad: T2 – T3. Achtung: möglicherweise gibt es Schneefelder rund um die Kogelseescharte.
  • Übernachtung auf der Hanauer Hütte
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Der Morgennebel enthüllt immer mehr Berge

Als ich kurz nach Sonnenaufgang aus dem Fenster des 8-Bett-Zimmers schaue, sehe ich dichten Nebel. Da können wir genauso gut in Ruhe frühstücken, denke ich. Wir schleichen uns leise aus dem Zimmer: Die Familie, mit der wir gestern Abend Karten gespielt haben, schläft noch tief. Unten in dr Hütte suchen wir uns einen Platz zwischen den Frühaufstehern und löffeln eine Schüssel Müsli weg.

Der Nebel scheint sich zu lichten, sodass wir uns bald auf den Weg machen. Am Unteren Parzinnensee nehmen wir den steilen Weg zum Gufelseejoch. Irgendwo auf halber Höhe halte ich an einer beeindruckenden Felsformation mit mehreren gefalteten Schichten inne. Wenn man solche Felsen sieht, kann man sich etwas von der Kraft vorstellen, die vor Millionen von Jahren nötig war, um die Alpen zu bilden. Der Kalkstein wurde hochgeschoben, gefaltet und übereinander geschoben. Diese dicken Pakete aus Kalkstein, auch Dolomit genannt, bilden unter anderem die Nördlichen Kalkalpen, zu denen auch die Lechtaler Alpen gehören. Und ja, du ahnst es wahrscheinlich schon: Wegen des Dolomits sehen die Berge hier manchmal tatsächlich ein bisschen aus wie die gleichnamige Bergkette in Südtirol: steile, graue Felsen und spitze Gipfel. Das ist also auch die Kulisse, die wir heute haben, zumindest wenn sich der Nebel endlich wirklich lichtet. Am Gufelseejoch erfüllt sich unsere Hoffnung und hinter dem tiefblauen See erheben sich wieder die Berge, so weit das Auge reicht.

Spektakel mit Steinböcken am Gufelsee

Mein Blick wird aus der Ferne von einer leichten Bewegung zu den näheren Felsen gezogen. Am Seeufer ist eine Gruppe Steinböcke unterwegs. Sie springen von einem Felsen zum anderen, manchmal balancieren sie auf einem kleinen Vorsprung. Die Tatsache, dass wir nur wenige Dutzend Meter von ihnen entfernt den Weg entlanglaufen, stört sie offensichtlich nicht. Wir scheinen sogar das Publikum zu sein, auf das sie gewartet haben, denn sobald wir uns ins Gras setzen, fangen sie an, miteinander zu toben. Klack, klack, klack. Das dumpfe Geräusch der aufeinander treffenden Hörner hallt von den Bergen wider. Als wir weitergehen, erwarten wir, dass sie stehenbleiben. Das Gegenteil passiert: Zwei Steinböcke lösen sich von der Gruppe, laufen vor uns her, machen wilde Sprünge und beginnen an einem Wasserfall wieder ein kleines Kampfspiel. Ich bin begeistert: es ist das erste Mal, dass ich Steinböcke so nah sehe. Ich möchte ungerne weitergehen, aber wir haben noch etwa 7 Kilometer vor uns. Und es werden nicht die leichtesten Kilometer dieser Etappe sein.

Spaß und Spannung auf dem Weg zur Bittrichscharte

Die ersten Kilometer sind schnell zurückgelegt: Auf steinigen Pfaden geht es durch blühende Wiesen und über riesige Altschneefelder mit tiefen Spalten. Es geht immer mehr bergab, und als ich mich frage, ob das so stimmt, höre ich hinter mir: „Das Württemberger Haus liegt doch auf 2200 Metern, oder?“ Stimmt, und außerdem überqueren wir erst noch die Bittrachscharte auf 2500 Metern. Am Bittrichsee wird uns erst so richtig klar, was das bedeutet: Vor uns erhebt sich eine riesige Bergwand mit Geröllhängen und Schneefeldern, ganz oben sehen die Felsen eher aus, als wären sie für Kletterer geeignet als für Wanderer. Wir essen eine Handvoll Nüsse, ich packe meine Wanderstöcke wieder aus und wir beginnen den steilen Aufstieg. Wegen des losen Gesteins und des Schnees ist der Weg kaum oder gar nicht zu erkennen; wir suchen nach den rot-weißen Markierungen oder dem, was wir für den sichersten Weg halten. Ich bin froh, als wir den Geröllhang hinter uns lassen, aber die größte mentale Herausforderung für mich liegt noch vor uns: eine drahtgesicherte Passage durch eine Felsspalte mit einem Pfad aus losem Gestein. Der Freund, mit dem ich unterwegs bin, geht vor. Jedes Mal, wenn er den Punkt erreicht hat, an dem ich außer Reichweite von eventuell herabfallenden Steinen bin, ruft er mir zu und ich folge ihm. Manchmal kraxele ich über die Felsen, manchmal ziehe ich mich am Stahlseil hoch. Ich genieße und grusele mich gleichzeitig. Noch ein Felsen, noch ein Meter Seil und dann drehe ich an der Bittrichscharte um. Auf der einen Seite der Scharte ist das Gelände, das wir gerade durchquert haben, mit grauen Felsen, dem See und den grünen Hängen dahinter. Auf der anderen Seite ist ebenfalls ein See, aber die Landschaft ist noch schroffer mit größeren Felsen, Schnee und zackigen Gipfeln.

Frische Belohnung im Württemberger Haus

Mit Müdigkeit in den Beinen erscheint der Abstieg zur Hütte viel länger, als er tatsächlich ist. Doch durch das Naturschauspiel aus grauen Bergen, grasbewachsenen Hängen, Wasser, Schnee, Bächen und dem wolkenverhangenen Himmel tritt die Müdigkeit schnell in den Hintergrund. Völlig verschwindet die Müdigkeit, als wir uns auf die Terrasse des Württemberger Hauses setzen und mit einem fröhlichen „Herzlich willkommen“ begrüßt werden. „Das Einchecken geht flott“, sagt die junge Dame, “ möchtet ihr vielleicht schon etwas trinken oder vielleicht erst duschen?“ Wir klären die praktischen Dinge und folgen dann ihrer Wegbeschreibung zur Außendusche. Diese macht ihrem Namen alle Ehre: Das Wasser wird mit einem Schlauch vom Bach über einen großen Felsen geleitet, von wo aus das frische Bergwasser durch einen Duschkopf spritzt. Genialer als dieses System ist vielleicht der Blick unter die Dusche. Mein Wanderfreund hat in der Zwischenzeit ein kleines Becken im Bach gefunden, das sich hervorragend als Badewanne eignet. Ein Bad mit Bergblick – was kann man sich mehr wünschen? Mir fällt nur eines ein: das leckere vegetarische Drei-Gänge-Menü, das zur Halbpension gehört und aus regionalen, saisonalen Produkten besteht. Das Württemberger Haus wurde 2021 mit dem Umweltzeichen der Alpenvereine ausgezeichnet – eine beachtliche Leistung, wenn man zum Beispiel die Anforderungen an Energieversorgung, Wassermanagement und Technik betrachtet. Vor allem, wenn man berücksichtigt, dass die Hütte nur mit dem Hubschrauber oder einer mindestens 4-stündigen Wanderung zu erreichen ist.

Hüttentour Lechtal Etappe 2: Hanauer Hütte – Württemberger Haus

  • Distanz: 9,5 km
  • Wanderzeit: ca. 6 Stunden
  • Höhenmeter: ↗ 980 m  ↘ 590 m
  • Schwierigkeitsgrad: T3 – T4. Den schwierigsten Teil dieser Etappe fand ich um die Bittrichscharte herum: Geröllhang mit Schneefeldern und stahldrahtgesicherter Passage.
  • Übernachtung im Württemberger Haus
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Abenteuerliche Herausforderungen im Nebel

Etwas verunsichert schmieden am nächsten Morgen viele Wanderer beim Frühstück neue Pläne. Die Wettervorhersage ist nicht allzu gut. In der Hoffnung, dass es später besser wird, spielen wir noch ein Kartenspiel. Als ich verloren habe, die letzten Wanderer gegangen sind und die Wolken sich eher vermehren als auflösen, brechen auch wir auf. Vor uns liegt die kurze, dritte Etappe unserer Hüttentour im Lechtal: vom Württemberger Haus zur Steinsee Hütte. Die erste Herausforderung des heutigen Tages ist der Aufstieg zum Gebäudjoch. Diese mit Drahtseil gesicherte Passage ist teilweise mit Schnee bedeckt, sodass ein zusätzliches Seil über den Schnee gelegt wurde. Wegen des Nebels können wir weniger als 50 Meter weit sehen. Fluch oder Segen? Wenigstens kann ich das große Loch hinter mir nicht sehen, als ich auf halber Höhe des Aufstiegs kurz anhalte, um durchzuatmen. „Nur noch ein paar hundert Meter“, höre ich aus der dichten weißen Masse vor mir. Ich leere meine Wasserflasche und kraxele mit leicht klammen Händen die letzten Meter. Gleich danach kommt die nächste Herausforderung: die Roßkarscharte. Es folgt eine Wiederholung von vor einer Stunde, aber jetzt noch steiler, mit noch mehr losem Gestein und noch mehr Schnee. Oben angekommen, geben wir uns ein High Five. Wir wissen, dass der Abstieg mindestens genauso hart sein wird, aber wir haben den Aufstieg gemeistert. Beim Abstieg müssen wir riesige Schneefelder überqueren. Während die Hunde eines österreichischen Ehepaars mühelos darüber rennen und springen, müssen wir jeden Schritt vorsichtig machen. Auf einem harmlosen Stück üben wir die Technik für den Fall, dass man abrutscht: Stöcke loslassen, mit Händen und Füßen bremsen, auf den Bauch drehen.

Hippe Hütte mit rustikalem Flair

Nach dieser Mini-Übung setzen wir den Abstieg fort, bevor wir das letzte Stück zur Steinsee Hütte fast eben gehen. Nass und kalt erreichen wir die Hütte. Als wir die Gaststube betreten, frage ich mich für eine Millisekunde, ob wir richtig sind: ist dies ein Boutique-Hotel oder eine Berghütte? Im Gespräch mit dem Hüttenwirt erfahren wir wenig später, dass die Steinsee Hütte im Jahr 2018 komplett renoviert wurde. Seitdem erinnert das Flair an ein hippes Hostel, ohne die Gemütlichkeit einer Berghütte zu verlieren. Dass auf der Speisekarte Klassiker mit einer besonderen Note stehen, wie zum Beispiel Apfelstrudel mit Joghurt und Ahornsirup, ist dem aktuellen Hüttenwirtepaar zu verdanken. Manuela Kneringer-Schimpfössl und Christoph Schimpfössl legen großen Wert auf Regionalität und, wie Christoph später sagt, Wir vermitten auch ein bisschen Kultur.“ Wir wärmen uns mit heißer Schokolade, machen einen kurze Runde zum Steinsee und spielen Spiele bis zum Abendessen. Als wir mit dem Essen fertig sind – Christoph serviert seinen Gästen gerne noch eine Portion und es ist so lecker, dass ich das Angebot dankbar annehme – versuchen wir noch etwas zu lesen. Doch es wird eine frühe Nacht: wir können beide kaum die Augen offen halten. Die magische Kombination aus Alpenluft, Bewegung und Hüttenatmosphäre.

Hüttentour Lechtal Etappe 3: Württemberger Haus – Steinsee Hütte

  • Distanz: 8,4 km
  • Wanderzeit: ca. 4 Stunden
  • Höhenmeter: ↗ 540 m  ↘ 560 m
  • Schwierigkeitsgrad: T4. Die schwierigsten Stellen dieser Etappe fand ich rund um das Gebäudjoch und die Bittrichscharte: stahldrahtgesicherte Passagen über loses Gestein mit Altschnee. Auch bei den Abstiegen Schneefelder.
  • Übernachtung auf der Steinsee Hütte
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Die letzten Kilometer des Bergabenteuers: zurück nach Gramais

Die heutige erste Teilstrecke ist gleich wie die gestrige letzte. Langweilig? Sicherlich nicht, denn es gibt einen großen Unterschied: heute scheint die Sonne. Plötzlich ist der Weg von hohen Gipfeln umgeben, in der Tiefe liegt ein kleiner See, alle Blumen sind geöffnet und auf einer Wiese grasen Pferde. Wir nehmen die Abzweigung zum Gufelgrasjoch und wandern die allerletzten Meter aufwärts dieser Hüttentour im Lechtal.

Das Gufelgrasjoch macht seinem Namen alle Ehre, denn obwohl dieser Übergang auf über 2300 Metern liegt, ist er teilweise mit Gras bewachsen. Wir machen eine kurze Pause, bevor wir den Abstieg nach Gramais beginnen. Rund tausend Meter müssen wir absteigen, und das auf nur wenigen Kilometern Fußweg. Kurz gesagt: Es ist richtig steil. Der erste Kilometer führt durch eine idyllische Blumenwiese, dann geht es fast nur noch auf steinigen Pfaden weiter. Das ist anstrengend, aber das Panorama mit den Bergen, Wasserfällen und dem Tal mit dem mäandernden Fluss macht alles wieder gut. Kurz nach Mittag erreichen wir den Branntweinboden. Ich hatte schon auf der Karte gesehen, dass wir von hier aus ein paar Kilometer fast flach am Bach entlang nach Gramais laufen. Und ich dachte: Das wird wohl flott gehen. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die letzten Kilometer sind viel zu schön, um schnell zu laufen. Links und rechts ragen die Berge über dem Flusstal auf. Wir laufen ständig in der Nähe des gurgelnden Baches. Und ich kann wirklich nicht widerstehen: Ich muss einfach noch mal ins Wasser gehen. Noch ein letztes Mal alles von mir ins Wasser gleiten lassen, bevor wir nach vier Tagen in der Natur, drei Nächten in den Bergen und unzähligen besonderen Momenten wieder ins normale Leben zurückkehren.

Hüttentour Lechtal Etappe 4: Steinsee Hütte – Gramais

  • Distanz: 9,5 km
  • Wanderzeit: ca. 5 Stunden
  • Höhenmeter: ↗ 360 m  ↘ 1070 m
  • Schwierigkeitsgrad: T3- T4. Das letzte Stück über den Branntweinboden nach Gramais ist T1/T2. Der schwierigste Teil dieser Etappe war für mich der Abstieg vom Gufelgrasjoch zum Branntweinboden: steiler, loser Fels, teilweise mit Drahtseilen gesichert.
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Wandern & mehr coole Erlebnisse im Lechtal

Lechtal 4 Elements Wandern

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Ein Ticket für dieses unvergessliches Abenteuer kostet 190 €.

Inspiration für weitere Hüttentouren in den Alpen

Achtung: Diese Hüttentour erfordert alpine Erfahrung, eine gute Kondition und Trittsicherheit. Bitte beurteile selbst, ob diese Hüttentour für dich geeignet ist, je nach Fitness und aktuellen Bedingungen. Ich habe diesen Artikel aus eigener Erfahrung geschrieben und gebe die Informationen nach bestem Wissen und Gewissen weiter. Ich übernehme keine Verantwortung für etwaige Folgen, die sich aus dem Handeln auf Grund dieser Informationen ergeben.

Kosten der Hüttentour im Lechtal

Snacks/Riegel einkaufen: 15,-€

Übernachtung im Matratzenlager AV-Mitglied Hanauer Hütte: 12,-€

Abendessen à la carte auf der Hanauer Hütte inkl. Softgetränk und heiße Schoko: 19,50 €

Frühstück Hanauer Hütte: 15,-€

Übernachtung im Matratzenlager AV-Mitglied Wüttemberger Haus: 11,-€

Halbpension Württemberger Haus: 38,-€

Getränke Württemberger Haus: 7,-€

Kaffee & Kuchen Steinseehütte: 9,50€

Übernachtung im Matratzelanger AV-Mitglied Steinseehütte: 11,-€

Halbpension Steinseehütte: 39,-€

Getränke Seinseehütte: 6,50€

Gesamtpreis Hüttentour pro Person: 183,50€

FAQ – Hüttentour 4 Tage in den Lechtaler Alpen in Tirol (Österreich)

Ist diese Hüttentour für Anfänger geeignet?

Nein. Diese Hüttentour im Lechtal enthält Passagen, die Trittsicherheit und alpine Erfahrung erfordern. Wenn du dich für eine weniger anstrengende Hüttentour interessierst, könnte die Hüttentour auf dem Salzburger Almenweg bei Radstadt etwas für dich sein.

Wie viel kostet diese Hüttentour?

Die Kosten hängen von der Art der Übernachtung (Lager/Zimmer, Alpenvereinsmitgliedschaft/nicht) und davon ab, wie viel Geld man für Essen ausgibt. Wir haben für die viertägige Hüttentour im Lechtal rund 175 € pro Person ausgegeben.

Wo kann man in Gramais parken?

Hinten im Dorf gibt es zwei Parkplätze. Auf einem Parkplatz darf auch über Nacht geparkt werden. Das kostet 5 € pro 24 Stunden, man kann pro 12 Stunden zahlen (Stand: Juli 2023).

Was sollte ich auf eine Hüttentour mitnehmen?

Dafür habe ich eine praktische Packliste für Hüttenwanderungen in den Alpen.

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