Ich kann es noch genau fühlen: die kalte Luft im Gesicht, das Knirschen des Schnees unter den Skiern, die Vorfreude auf die erste Spur im Pulverschnee. Schon von dem allersten Moment an, als ich angefangen habe, Skifahren zu lernen, war es mein Traum, im Lechtal einmal eine richtige Skitour zu machen. Gerade mal ein Jahr auf Skiern, und trotzdem stehe ich jetzt mitten unter Gleichgesinnten. Im Lechtal, eingebettet zwischen sanften Tälern und schroffen Gipfeln, wird aus Unsicherheit pure Begeisterung. Jede Tour ein kleines Abenteuer, jede Abfahrt ein Stück Freiheit. Die Lechtaler Skitouren Tage haben mir gezeigt, dass es beim Skitourengehen nicht um Perfektion geht, sondern um Gemeinschaft, Erleben und Lernen.
Werbehinweis: Dieser Artikel enthält Werbung für meinen Kooperationspartner Lechtal Tourismus, der mich zu dieser Medienreise eingeladen hat. Die Inhalte, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst.
Seit einem Jahr auf Skiern – gleich in die Skitour-Community mischen?
„Gehöre ich eigentlich auf ein Skitour-Event?“ Dieser Gedanke kam mir kurz, bevor ich ins Lechtal gefahren bin. Letztes Jahr stand ich zum allerersten Mal überhaupt auf Skiern, und jetzt wollte ich mich plötzlich mitten unter die Skitouren-Community mischen?! Die Antwort kam schneller als gedacht: ja! Die Lechtaler Skitouren Tage sind für Menschen gemacht, die Skitouren gehen möchten – egal auf welchem Level. Es geht nicht um perfekte Linien oder Geschwindigkeit, sondern um Lernen, Sicherheit und gemeinsames Erleben.
Ich landete bei Skiführerin Claudia Kohler in einer Gruppe mit Menschen, die ähnlich wie ich unterwegs waren: bergauf sportlich motiviert, bergab noch vorsichtig, mit wenig bis keiner Erfahrung im freien Gelände. Genau diese Zusammensetzung machte es für mich perfekt. Claudia nahm sich viel Zeit für Skitechnik, für Fragen und für Pausen. Mit Ruhe, klaren Erklärungen und gezielten Übungen begleitete sie uns durch jede Abfahrt. Ohne Druck, ohne Hektik. Und plötzlich waren Dinge möglich, die sich vorher groß und einschüchternd angefühlt hatten.



Die Lechtaler Skitouren Tage: eine Veranstaltung für ALLE SkitourengeherInnen
Die Lechtaler Skitouren Tage sind ein besonderes Event für alle, die das Skitourengehen kennenlernen oder vertiefen möchten. Von geführten Touren über LVS-Training bis hin zu Workshops und Vortragabenden bietet die Veranstaltung sowohl EinsteigerInnen als auch erfahrenen SkitourengeherInnen die Möglichkeit, ihre Fähigkeiten zu verbessern, neue Leute zu treffen und die winterliche Bergwelt des Lechtals intensiv zu erleben.
Die Veranstaltung findet im Lechtal statt, ein richtig schönes Tal im Außerfern in Tirol. Es ist besonders geeignet für Skitouren, weil es weitläufige, abwechslungsreiche Hänge bietet, Routen für EinsteigerInnen und Profis bereitstellt und die verschneite Bergwelt optimale Bedingungen für sicheres Lernen und unvergessliche Tourenerlebnisse bietet.



Unsere Skitouren im Lechtal
Unsere Skitouren führten uns durch die winterliche Stille der Lechtaler Alpen. Jeder Tag hatte seinen eigenen Fokus, mal lag er auf der Abfahrtstechnik, mal auf der Spuranlage oder auf Entscheidungen im Gelände. Die Landschaft war dabei nie nur Kulisse, sondern Teil des Lernprozesses. Weite Hänge, ruhige Täler und ehrliche Berge gaben Raum, um anzukommen, Vertrauen aufzubauen und das eigene Können realistisch einzuschätzen. Am Ende zählten nicht die Höhenmeter, sondern das, was geblieben ist: mehr Sicherheit, mehr Verständnis und vor allem mehr Lust auf weitere Skitouren.
Tour 1: Auf und ab am Arlberg
Um reinzukommen, fahren wir am ersten Tag mit der Rüflikopfbahn in Lech hoch. „Hier kenne ich jeden Meter auswendig“, lacht Claudia, die den Winter immer in Lech-Zürs als Skiführerin verbringt. Nach ein paar Metern auf der Piste geht es gleich ins Gelände. Und oh ha, ich tue mich mit der Abfahrt nicht so leicht. Aber Claudia motiviert mich: „Jetzt fellen wir erstmal auf und gehen zur Trittwangscharte, die Abfahrt danach wird viel pulvriger sein.“ Und sie hat recht. Nach knapp 400 Metern Aufstieg folgt eine tolle Abfahrt. Wir können sogar eigene Lines fahren. Landschaftlich ist es eine der schönsten Touren, die ich je gemacht habe. Sanfte Schneehügel wechseln sich mit schroffen Bergen ab. Es folgt ein weiterer Aufstieg zur Stuttgarter Hütte und noch eine Abfahrt – zuerst durchs Gelände, dann über die Piste – nach Lech-Zürs. Ein anstrengender, aber wunderschöner erster Tag.




Tour 2: Pistenskitour am Jöchelspitze
Heute gehen wir eine Pistenskitour. „Dann können wir uns heute komplett auf die Skitechnik fokussieren“, meint Claudia. Zuerst steigen wir vom Tourengeher-Parkplatz etwas unterhalb der Jöchelspitzbahn auf. Die Aufstiegsroute führt uns zum größten Teil durch den Wald, das letzte Stück dann am Pistenrand. Oben werden wir mit einem tollen Panoramablick belohnt. Claudia macht mit uns LVS-Training. Sie zeigt uns die Unterschiede zwischen den Schaufeln, lässt uns mehrmals mit dem Suchgerät üben und bringt uns eine strukturierte Sondiermethode bei. Dann heißt es: Abfahrt! Und zwar auf der Piste, sodass wir in Ruhe unsere alpinen Fahrerhaltungen, Kurzschwünge und den Stockeinsatz üben. Wihuuu! Unten geben wir uns einen High Five und freuen uns, morgen wieder motiviert ins Gelände zu gehen.





Tour 3: Einsteiger-Skitour auf das Sattele im Lechtal
Heute fahren wir in ein schönes Seitental des Lechtals, das ich bisher nur aus dem Sommer kenne: das Bschlabertal. Wir fahren bis nach Boden, und am Parkplatz zeigt uns Claudia die Tour von heute: Erst geht es sanft über eine Torstraße hoch, danach etwas steiler in ein Kar hinein, bis wir das Sattele erreichen. „Da haben wir einen richtig schönen Blick nach Gramais, und von dort geht es dann mit den Skiern wieder zurück. Ich glaube, wir werden dort guten Schnee finden“, erzählt Claudia. Genau so ist es. Unten liegt noch wenig Schnee, aber oben finden wir fast feinsten Pulver. Es macht einen Unterschied, mit einem Guide unterwegs zu sein, der sich auskennt. Ein klarer Vorteil dieser Veranstaltung!






Tour 4: Skitour von Kalbelesee zum Körbersee und Abfahrt nach Schröcken
Am letzten Tag machen wir noch eine kleine Ski-Überquerung. Wir starten am Körbersee. Claudia lässt uns alle selbst eine Spur für die Gruppe anlegen, dadurch lernen wir, die Landschaft zu „lesen“. Am Falkenkopf fellen wir ab und fahren zunächst zum Körbersee, dem schönsten Platz Österreichs 2017. Ein bisschen Gelände, ein bisschen Piste. Ab dem See folgen wir der Skiroute 309 bis ins Tal. Bevor wir komplett abfahren, sucht uns Claudia noch einen schönen Hang aus, auf dem wir die Wedel-Technik üben. Ein paar Mal gehen wir hoch und versuchen schöne Lines auf dem ungestörten Hang zu fahren. Dann plötzlich: „Lawine, Lawine“, ruft Claudia. Noch ein letztes Mal koordinieren wir uns als Gruppe, suchen und finden ihren Rucksack. „Sehr gut!“, sagt Claudia, „und jetzt fahren wir entspannt ab.“




Die Lechtaler Skitouren-Tage sind mehr als nur Skitouren
Die Lechtaler Skitouren-Tage bestehen nicht nur aus täglichen Touren. Es ist das Drumherum, das die Tage besonders macht. Dazu gehören ein Skiwaxln-Workshop, Ausrüstung zum Ausleihen von Atomic, Salomon und Mammut, LVS-Kurse und entspannte Momente im Chill-out-Bereich von Höfats mit selbstgebackenen Waffeln und Lagerfeuer. Es entsteht eine Atmosphäre, in der man automatisch ins Gespräch kommt, voneinander lernt und merkt, dass hier niemand etwas beweisen muss. Es geht nicht darum, besser zu sein als andere, sondern gemeinsam sicherer zu werden.
Neben den Skitouren erwartet die Teilnehmer:innen ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm. Workshops zu Materialauswahl, Tourenplanung und aktuellen Entwicklungen im Skitourensport gehören genauso dazu wie Lawinenkurse zur Auffrischung oder Vertiefung des eigenen Wissens. Und praxisnahe Workshops – unter anderem mit Mammut und Atomic – verbinden Theorie direkt mit der Anwendung im Gelände. Alles greift sinnvoll ineinander und ergänzt die Tage auf Skitour.





Für wen sind die Lechtaler Skitouren Tage geeignet?
Die Lechtaler Skitouren Tage richten sich an EinsteigerInnen ebenso wie an fortgeschrittene SkitourengeherInnen. Auch Profis, die ihr Lawinensicherheitswissen auffrischen oder neue Touren im Lechtal kennenlernen möchten, sind hier gut aufgehoben. Vor der Veranstaltung wird nach Können gefragt, und entsprechend werden Kleingruppen mit einem eigenen Guide gebildet. Meine eigene Erfahrung passt ziemlich genau dazu: Letzten Winter stand ich zum ersten Mal auf Skiern, ein kleines bisschen Skitouren-Erfahrung hatte ich bereits gesammelt. In meiner Gruppe waren viele auf einem ähnlichen Stand unterwegs, was das Lernen unglaublich angenehm machte. Ohne Vergleiche, ohne Druck – dafür mit echtem Fortschritt. Und keine Sorge: Wenn es am ersten Tag doch nicht passt, gibt es die Möglichkeit, die Gruppe zu wechseln.
Unterkunfts-Tipp für die Lechtaler Skitouren Tage
Da der Tourentreffpunkt sowie die Abendveranstaltungen und LVS-Workshops in Elbigenalp stattfinden, empfiehlt es sich auf jeden Fall eine Unterkunft in der Nähe zu buchen. Ich habe im Hotel Alpenblick in Bach übernachtet. Das Hotel ist schön familiär: Johann Neubauer und sein Team sind richtig nett, entspannt und sorgen für eine echte Wohlfühlatmosphäre. Das Frühstücksbuffet ist super und auch abends kommen hungrige SkitourengeherInnen definitiv auf ihre Kosten. Wer danach noch Energie hat, kann sich auf der traditionellen Kegelbahn austoben 😉



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