Winter-Hüttentour im Allgäu: 3 Tage Schneeschuhwandern in der Hörnerkette

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Unter meinen Füßen knirscht der Pulverschnee, und in meinem Kopf kreist ein Gedanke: Ich mache zum allerersten Mal eine Hüttentour im Winter – wie geil! Drei Tage durch verschneite Landschaften wandern, in Berghütten übernachten, morgens direkt mit Sonnenaufgang vor der Hüttentür stehen, abends in eine warme Stube zurückkehren. Klingt großartig, fühlt sich aber auch ein kleines bisschen nach Abenteuer an. Genau das wartet auf uns bei dieser Winter-Hüttentour in der Hörnerkette im Allgäu: sanftes Gelände, glitzernder Schnee und zwei Hütten, die den Winter von seiner schönsten Seite zeigen.

Werbehinweis: Dieser Artikel enthält Werbung für meinen Kooperationspartner Oberstdorf Event, der mich zu dieser Medienreise eingeladen hat. Die Inhalte, die ich in diesem Beitrag wiedergebe, wurden dadurch nicht beeinflusst.

Winter-Hüttentour Tag 1: Aufstieg zur Wannenkopfhütte im Allgäu

Wir starten an der Talstation der Hörnerbahn. Noch ein Mal checken wir, ob wir alles dabei haben und dann geht’s los. Die ersten Meter sind noch etwas laut von Skifahrern auf der Piste, doch schnell führt unser Weg in den stillen Winterwald. Anfangs tragen wir die Schneeschuhe noch am Rucksack, weil der Schnee hier kaum liegt. Weiter oben ändert sich das: Der Pulverschnee reicht tief, und es beginnt sogar leicht zu schneien. Über uns hängen Wolken, die Konturen des Wannenkopfs nur erahnen lassen.

Je näher wir dem Gipfel kommen, desto steiler wird der letzte Anstieg. Am Gipfel: nur weiß. Wir lachen und gehen weiter. Die Sicht ist minimal, aber die Vorfreude riesig. Dann taucht sie auf: die Wannenkopfhütte. Ein Holzbau voller Wärme, mit einladenden Lichtern und einem herzlichen Team – Olga, Ulf und Nico begrüßen uns mit offenen Armen, einem großen Lachen und einen kleinen Schnaps. Drinnen duftet es schon nach Abendessen.

Die Zimmer sind gemütlich, mit Bettwäsche ausgestattet, Duschen vorhanden – alles, um sich wie zu Hause zu fühlen, nur mitten im Winterwunderland. Das Buffet ist ein Traum: deftige Suppe, abwechslungsreiche Hauptgerichte, Kaiserschmarrn so viel man möchte. Wir sitzen in einer Ecke, beobachten das Treiben in der Stube, lachen, spielen Karten und genießen die wohlige Wärme. Diese Hütte ist klein, schnuckelig und einfach perfekt, um nach dem Aufstieg anzukommen und zu entspannen.

⛰️ Startpunkt: Talstation Hörnerbahn Bolsterlang

⏱️ Wanderzeit: ca. 3,5 bis 4 Stunden (je nach Schneelage und Kondition)

↔️ Distanz: 7,8 km

↕️ Höhenmeter: 790 m bergauf und 400 m bergab

✅ Vorraussetzungen: Gute Grundkondition, sicheres Gehen im winterlichen Gelände sowie – je nach Schnee- und Lawinenlage – Kenntnisse im Umgang mit LVS, Sonde und Schaufel.

⚡ Schwierigkeitsgrad: mittel

⏸️ Übernachtungsmöglichkeit: Wannenkopfhütte

❕ Öffis: Mit der Bahn fährst du z. B. nach Fischen im Allgäu oder Sonthofen. Dort steigst du in einen Regionalbus (Linien wie 44/47 bzw. 9744/47) nach Bolsterlang um. Von der Bushaltestelle in Bolsterlang sind es nur wenige Minuten zu Fuß zur Talstation der Hörnerbahn.

Alternativer Aufstieg vom Riedbergpass: Rechts vom Stadl parken (bitte platzsparend und auch hintereinander). Dann ca. 20 Minuten zu Fuß nach oben. Achtung: bei winterlichen Verhältnisse braucht man Schneeketten auf der Riedbergstraße.

Winter-Hüttentour Tag 2: Überschreitung zum Hörnerhaus

Morgens: Neuschnee! Wir können es kaum abwarten, loszuwandern. Aber erstmal gibt’s ein ausgiebiges Frühstück. „Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“, lacht mein Wanderbuddy. Mir geht’s genau so: Obst, Müsli, Brot, Eier, Aufstriche… alles sieht so gut aus! Wir probieren uns in Ruhe durch das ganze Buffet und schnüren dann die Schneeschuhe. Olga winkt uns noch einmal zum Abschied: „Viel Spaß – kommt im Sommer wieder!“ Draußen glitzert der Schnee, die Sonne bricht zaghaft durch die Wolken. Über den Bergrücken des Bolgengrats genießen wir die winterliche Stille, der Pulverschnee funkelt in der Sonne, unsere Blicke schweifen über die verschneiten Gipfel der Hörnerkette und der Allgäuer Alpen.

Am Riedberger Horn ist mehr los, viele andere Schneeschuh- und Skitourengeher genießen den frischen Neuschnee. Wir halten kurz inne, genießen die Aussicht und ziehen dann auf ruhigere Pfade Richtung Grauenstein weiter. Der Abstieg in den beschneiten Kessel ist märchenhaft: jeder Schritt knirscht, die Wolken öffnen kleine Fenster für Ausblicke auf die Berge, alles wirkt still und friedlich. Dann noch ein Mal hoch auf den Großen Ochsenkopf und dann ruft uns die Wärme der nächsten Berghütte fast schon zu…

Nach rund sechs Stunden erreichen wir das Hörnerhaus. Direkt an der Piste gelegen, beeindruckt die Hütte sofort mit Panorama-Terrasse und lockerer Atmosphäre. Wir deponieren unsere Sachen im Trockenraum, Mitarbeiterin Kathrin weist uns unser Zimmer zu – ein Viererzimmer mit zwei Doppelstockbetten, eigenem Waschbecken und… Blick auf die Berge. Auf der Terrasse trinken wir heiße Schokolade, die Sonne verschwindet langsam.

Drinnen erwartet uns dann erstmal eine warme Dusche, danach Käsespätzle. Wenn wir UNO ausgepackt habe, kommt Hüttenwirtin Jenny zu uns und fragt noch, ob wir Lust auf Marillenknödel haben – na klar! Diese Hütte ist mehr als nur ein Schlafplatz: sie ist ein Herzstück der heutigen Tour, ein Ort zum Ankommen, Genießen und Abschalten.

⛰️ Startpunkt: Wannenkopfhütte

⏱️ Wanderzeit: ca. 5,5 bis 6 Stunden (je nach Schneelage und Kondition)

↔️ Distanz: 11,8 km

↕️ Höhenmeter: 890 m bergauf und 830 m bergab

✅ Vorraussetzungen: Gute Grundkondition, sicheres Gehen im winterlichen Gelände sowie – je nach Schnee- und Lawinenlage – Kenntnisse im Umgang mit LVS, Sonde und Schaufel.

⚡ Schwierigkeitsgrad: mittel

⏸️ Übernachtungsmöglichkeit: Hörnerhaus

Alternative Route von der Wannenkopfhütte zum Hörnerhaus: Aufstieg zum Bolgengrat, dann Abstieg bevor es auf das Riedberger Horn geht in Richtung Berggasthaus Schwaben. Hier geht’s dann vom freien Gelände auf den Winterwanderweg, der bis zur Bergstation der Hörnerbahn führt. Dann Abstieg zum Hörnerhaus wie unsere Route. Ca. 8 km, 500 m bergauf und 430 m bergab. Achtung: auch hier die Schnee- und Lawinenlage beachten.

Winter-Hüttentour Tag 3: Sonnenaufgang und Abstieg nach Bolsterlang

Am Morgen reißt der Himmel auf, die Sonne taucht die verschneiten Gipfel in warmes Licht. Auf der Terrasse genießen wir die Ruhe und das Panorama, bevor es Frühstück gibt: frisch gebrühter Kaffee, Brot, Eier, Gemüse, Müsli, Brezen, Weißwurst – alles für einen perfekten Start in den Bergtag.

Der Abstieg nach Bolsterlang ist entspannt und erlaubt, die winterliche Landschaft bewusst zu genießen. Wir sind überrascht, wie schön die letzte Tour unserer Hüttenwanderung in der Hörnerkette ist. Spuren von Tieren im Schnee, vereiste Bäche, Holzhütten im Wald, die zu kleinen Pausen einladen. Wir nehmen uns Zeit, jeden Moment zu spüren und lassen die Tour so gemütlich ausklingen. „Und, Fazit?“ frage ich mein Wanderbuddy, wenn wir zurück an der Hörnerbahn sind. „Geil!“ ist ihr Fazit. Meins übrigens auch 😉

⛰️ Startpunkt: Hörnerhaus

⏱️ Wanderzeit: ca. 2,5 – 3 Stunden

↔️ Distanz: 7,5 km

↕️ Höhenmeter: 300 m bergauf und 750 m bergab

✅ Vorraussetzungen: Gute Grundkondition, sicheres Gehen im winterlichen Gelände sowie – je nach Schnee- und Lawinenlage – Kenntnisse im Umgang mit LVS, Sonde und Schaufel.

⚡ Schwierigkeitsgrad: leicht

Alternativer Abstieg: Es ist auch möglich, mit der Hörnerbahn ins Tal zu fahren.

Die zwei Berghütten zum Übernachten im Allgäu

Beide Hütten machen die Winterhüttentour Allgäu überraschend komfortabel.

Wannenkopfhütte: klein und schnuckelig, mit herzlichen Gastgebern, leckerem Essen mitten im Wald und Naturrodelbahn zur Riedbergstraße. Bettwäsche und Duschen sind inklusive, Handtuch bitte selbst mitbringen. Abends und morgens gibt es ein reichhaltiges Buffet.

Hörnerhaus: direkt an der Piste gelegen, mit Panorama-Terrasse, lockerer Atmosphäre, tollem Hüttenteam, leckerem Essen und geräumigen Zimmern. Auch hier sind Bettwäsche und Duschen ohne Aufpreis inklusive, ein Handtuch solltest du selbst dabeihaben. Frühstück und Abendessen werden als Buffet angeboten.

Tipps für deine Winterhüttentour

  • Winter-Ausrüstung: Schneeschuhe oder Tourenski, LVS, Sonde, Schaufel, warme Kleidung
  • Das brauchst du auf den Hütten: Handtuch, Hygiene-Artikel, ein Set trockene Kleidung, Schlappen
  • Sicherheit: Schnee- und Lawinenlage vor der Tour prüfen, Route dementsprechend planen, LVS-Gerät, Schaufel und Sonde je nach Route mitnehmen.
  • Naturschutz: Schutzgebiete respektieren. Die sind vor Ort mit Schildern gekennzeichnet und auch in Online-Tools wie Alpenvereinsaktiv ersichtlich
  • Varianten: Siehe oben bei den Etappen

Wichtiger Hinweis für Wintertouren: Viele (Sommer)wege sind im Winter gar nicht oder nur sehr eingeschränkt erkennbar und können deutlich anspruchsvoller sein. Dazu kommt, dass die Tage kürzer sind und die Dunkelheit früher einsetzt. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Tourenplanung. Informiere dich vorab unbedingt über die aktuelle Lawinenlage, passe deine Route an die Verhältnisse an und nimm vollständige Lawinenausrüstung mit (LVS, Schaufel, Sonde). Sicherheit geht vor Gipfelziel.

Nützliche Links: Lawinenwarndienst Bayern | Lawinenreport Österreich | Lawinenbulletin Schweiz

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