Wintersport im Brandnertal: Winterwandern & Biken

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Mit jeder Kurve, die der Bus fährt, wird die Aussicht ein wenig weißer. Ich bin auf dem Weg ins Brandnertal in Vorarlberg, im Westen Österreichs. Das Tal wurde über Nacht mit einer frischen Pulverschneeschicht bedeckt. Der perfekte Zeitpunkt also, um herauszufinden, was man hier im Winter abseits der Piste unternehmen kann. Und das ist eine ganze Menge: vom Winterwandern bis zum Wellness, vom Waldbaden bis zum Biken im Schnee. Wintersport im Brandnertal mal anders!

Werbehinweis: Dieser Artikel enthält Werbung für meinen Kooperationspartner Vorarlberg Tourismus, der mich zu dieser Reise eingeladen hat. Alles, was du in diesem Artikel liest, beruht auf meinen eigenen Erfahrungen und Meinungen.

Waldbaden im Brandnertal: mal kurz durchatmen

Als ich im Brandnertal ankomme, habe ich gerade zwei intensive Tage Winterwandern im Montafon hinter mir. Zunächst ist es also Zeit für etwas Entspannung! Im Örtchen Brand kann man das auf eine ganz besondere Art und Weise tun: beim Waldbaden. Die Badesachen kannst du weglassen, denn das hat nichts mit einem Bad im Winterwald zu tun. Nein, dies ist Shirin Yoku. Äh, was? Dieser japanische Begriff steht für Entspannung indem man in den Wald eintaucht. Wer sich jetzt baumumarmende Menschen vorstellt, liegt falsch. „Aber natürlich könntest du das auch machen“, sagt Nadine Nesler und lacht. Sie ist Yogalehrerin, Energetikerin und bietet seit kurzem auch Waldbaden im Brandnertal an. Wir beginnen mit Hakini Mudra. „Halte deine Fingerspitzen in einem Dreieck zusammen, schließe deine Augen, wenn du magst, atme ruhig ein und aus und lausche den Geräuschen um dich herum.“ Nadine gibt Anweisungen und ich lass mich voll darauf ein. In der Ferne höre ich ein Auto, viel näher einen Specht und noch näher meinen Atem.

Nach ein paar Minuten gehen wir weiter. „Du gehst bestimmt viel wandern?“, fragt Nadine. Sie merkt es an meinem Tempo. Bei Waldbädern legt man höchstens einen Kilometer pro Stunde zurück. Okay, dann müssen wir uns also deutlich entschleunigen. Unterwegs lässt mich Nadine eine Fichtennadel probieren. Erstaunlich: Er schmeckt ein bisschen nach Mandarine! Ein Stück weiter fühle ich mit geschlossenen Augen die Rinde einer alten Buche, lasse meine Hände über das weiche Moos und die kleinen Rillen gleiten. Waldbaden geschieht mit allen Sinnen. Am Anfang gibt Nadine Anweisungen, manchmal kleine Übungen, aber nach einer Weile geht es wie von selbst. Man beginnt automatisch, ruhiger zu gehen, sich umzuschauen, sich mal hinzuhocken, um etwas auf dem Boden zu fühlen. Wozu das alles gut ist? „Studien zeigen, dass Cortisol abgebaut und Serotonin produziert wird, wenn man Zeit im Wald verbringt“, erklärt Nadine, „außerdem sinken Blutdruck und Herzfrequenz. Kurz gesagt: Es ist eine Form der Entspannung. Und nicht nur das, es ist auch einfach herrlich, auf einer entspannten Weise die Schönheit des Waldes zu genießen.\

Besonderer Wintersport im Brandnertal: Mountainbiken im Schnee

Am Nachmittag ist es Zeit für Action. „Du warst bestimmt schon mal mit dem Mountainbike unterwegs?“, fragt Hery, der Eigentümer von Bergsportevents in Brand. „Ja, aber noch nie im Schnee“, antworte ich. „Na ja, das ist auch nicht viel anders“, lacht er. Ich schaue zu Emma. Sie arbeitet für Bergsportevents, ist Skilehrerin und heute meine Guide. Sie nickt aufmunternd. Helm auf, Handschuhe an, GoPro befestigen und los geht’s. Wir flitzen auf dem Asphalt davon. Nach dem ersten Kilometer ist der Weg mit Schnee bedeckt: zunächst eine dünne Schicht, die mit jedem Kilometer mehr und mehr zu Pulverschnee wird. Anfangs rechne ich damit, jeden Moment ausrutschen zu können, aber ich merke, dass das Mountainbike mit Winterreifen stabil ist und trete zügig in die Pedale.

Wir radeln durch Schattenlagant, ein idyllisches Tal, das im Winter besonders ruhig ist. Die winterliche Berglandschaft und den Weg teilen wir uns nur mit ein paar Winterwanderern, die überrascht schauen, wenn wir mit dem Mountainbike vorbeidüsen. Nach einer Stunde erreichen wir die Schattenlagant Hütte, die leider geschlossen ist. „Fahren wir dann noch ein Stück weiter?“, fragt Emma. Ja, klar! Ab hier wird es richtig steil und der Neuschnee ist noch unbetreten. Zur Krönung des Ganzen beginnt es auch noch zu schneien. Fast muss ich absteigen, weil ich nicht mehr weiterkomme. Ich lasse einen Urschrei los und schaffe es gerade noch, auf dem Mountainbike zu bleiben. Am Ende der Straße – im Sommer kann man mit der Seilbahn zum Lünersee fahren, im Winter ist dies der Endpunkt – geben Emma und ich uns gegenseitig ein High Five. Dann ziehen wir unsere Cols weiter über unsere Gesichter und machen uns bereit für den Abstieg. „Wiiihuuuuu!“, ruft Emma, während sie nach unten saust. Ich folge ihr und fahre mit dem Mountainbike zügig durch die erste Kurve. Mit dem Mountainbike macht die Abfahrt vielleicht noch mehr Spaß als die Auffahrt.

Winter-Mountainbiken zur Schattenlagant Hütte im Brandnertal

  • Distanz: 15,1 km
  • Höhenunterschied: ↗ 580 m  ↘ 580 m
  • Erreichbar mit den Öffis: ja, Brand ist ab Bludenz mit Buslinie 580 erreichbar
  • Gastronomie: mehrere Möglichkeiten in Brand
  • Bis zum 29. März 2023 wird jeden Montag und Mittwoch eine geführte E-Mountainbike-Tour im Schnee organisiert. Die Tour beginnt um 16 Uhr bei Bergsport Events und dauert etwa zwei Stunden. Preis: 70 € inkl. E-Bike, mit der Gästekarte kostet die Tour 63 €.
  • Achtung: Die Mountainbiketour, die du mit dem Guide unternimmst, kann eventuell von dieser Strecke abweichen. Denn der Guide entscheidet, welche Route gerade sicher ist.
Mountainbike Schattenlagant Hütte Brand Wintersport Brandnertal

Am nächsten Tag nach einer erholsamen Nacht wieder fit für den Wintersport sein? Im Hotel Garni Tannleger wirst du dich sicher erholen. Es ist ein gemütliches und modernes Hotel mit geräumigen Zimmern, einem guten Frühstücksbuffet und einem kleinen Wellnessbereich. Es gibt doch nichts Besseres, als nach einem Tag an der frischen Luft in die Sauna zu gehen! Oder, na ja, nichts? Ein leckeres Abendessen tut auch gut. Mein Tipp: Restaurant Gufer55. Mit regionalen und saisonalen Produkten werden hier köstliche Gerichte auf den Tisch gezaubert. Mal traditionell, mal modern, auf jeden Fall lecker. Nicht umsonst hat dieses Restaurant zwei Hauben vom renommierten Gault&Millau erhalten.

Winterwandern im Brandnertal (Österreich)

An meinem letzten Morgen im Brandnertal treffe ich Anna Engstler. Sie sorgt für ein abwechslungsreiches Gästekarteprogramm im Brandnertal und sie ist Wanderführerin. Wir fahren mit der Dorfbahn in Brand hoch, um eine Winterwanderung zu machen. Und wir haben Glück: Es hat letzte Nacht geschneit, so dass die Berglandschaft wieder schön angezuckert ist. Schon nach den ersten hundert Metern stehen wir bis zu den Waden im Schnee. Wir sind die ersten, die die Winterwanderroute Parpfienz-Weg nach dem Schneefall begehen. Der Parpfienz-Weg ist 4,5 Kilometer lang und verläuft zwischen der Bergstation der Dorfbahn und der Bergstation der Panoramabahn. Wir gehen die Strecke bergauf, sodass wir am Ende einkehren können, aber dazu später mehr.

Denn zunächst befinden wir uns noch tief im Schnee. Für den Bergblick müssen wir heute unser Bestes geben und gelegentlich unsere Fantasie einsetzen. Doch wenn sich ab und zu eine kleine Öffnung in den Schneewolken auftut, wird die beeindruckende Bergkette des Rätikon sichtbar. Und es hat auch was, sich über die Kleinigkeiten unterwegs zu freuen: wie sich die Tannenzweige durch die dicke Schneeschicht biegen, das Knirschen unter unseren Füßen, ein kleiner Vogel, der zwischen den Bäumen fliegt, und die frische Winterluft auf dem einzigen Stück, das nicht dick eingepackt ist: meinem Gesicht. Nach knapp zwei Stunden erreichen wir das Restaurant Frööd, das sich neben der Bergstation der Panoramabahn befindet. Was sofort auffällt, wenn man das Gebäude betritt, sind die großen Fenster in den Holzwänden. Eigentlich dürfte es gar nicht anders sein, wenn man an einem solchen Ort ein Restaurant baut: Man sollte einfach die Berge sehen können, während man den Kaiserschmarrn oder eine der vielen anderen Köstlichkeiten auf der Speisekarte genießt.

Nach dem Mittagessen geht Anna zurück ins Tal. Ich kann nicht widerstehen, noch ein bisschen durch den Schnee zu stapfen, bevor ich mit Bus und Bahn nach Hause fahre. Wer weiß, wann ich wieder durch den fresh pow wandern kann! Wenn ich in Richtung Klamperalpe gewandert bin und meine Schuhe wirklich voller Schnee sind, ist es Zeit, umzukehren. Die Panoramabahn macht ihrem Namen alle Ehre: Die Gondel führt vom Burtschasattel quer über das Tal zur Bergstation der Dorfbahn und bietet einen Rundumblick auf die Bergwelt des Brandnertals. Ein toller Abschluss der Winterwanderung!

Winterwanderung auf dem Parpfienz-Weg in Brand

  • Distanz: 5,9 km
  • Höhenunterschied: ↗ 390 m  ↘ 70 m
  • Erreichbar mit den Öffis: ja, Brand ist ab Bludenz mit Buslinie 590 erreichbar. Haltestelle: Dorfbahn. Danach mit der Dorfbahn hoch und nach der Wanderung mit der Panoranamabahn und Dorfbahn zurück ins Tal. Hier gibt’s aktuelle Informationen zu den Bergbahnen Brandnertal.
  • Gastronomie: Restaurant Frööd

Wintersport mit den Öffis: kostenlos im Brandnertal

Meine Zugfahrt ins Brandnertal war schon kostenlos ab dem Bahnhof Lindau (an der Grenze zwischen Deutschland und Österreich). Und auch vor Ort konnte ich alle Busse im Brandnertal kostenlos nutzen. Wie funktioniert das? Die Gäste des Brandnertals, des Klostertals und der Alpenstadt Bludenz können alle Verkehrsmittel des Vorarlberger Verkehrsverbundes ohne Aufpreis nutzen. Die Gästekarte gilt für alle Bus- und Bahnverbindungen in Vorarlberg bis zu den Grenzübergängen in Deutschland, Tirol und der Schweiz. Die Gästekarte mit dem VMobil-Logo gilt als Mobilitätsticket für freie Fahrt mit Bus und Bahn in Vorarlberg. Und nun die Frage: Wie funktioniert das auf der Hinreise, wenn man noch keine Gästekarte hat? Ganz einfach: mit der digitalen Gästekarte, die du über die Web-App Clara erhältst. Weitere Informationen zum kostenlosen öffentlichen Verkehr gibt es auf der Website der Alpenregion Vorarlberg.

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